Hospital Nr. 3 in St. Petersburg, Russland

Bild: Betreuung eines Säuglings

St. Petersburg gilt in Russland als die Stadt der Kultur und der Paläste. Der Winterpalast, der Vladimir Palast oder das Bernsteinzimmer sind nur einige Beispiele von vielen Sehenswürdigkeiten der 5 Millionen Metropole.
St. Petersburg hat aber auch andere Seiten: 27.000 Menschen sind als HIV-positiv registriert, wobei die Dunkelziffer bei ca. 150.000 Infizierten oder höher liegen dürfte. Insgesamt sind 1870 Kinder von HIV kranken Müttern in St. Petersburg geboren worden. Davon sind 90 Kinder (2%) HIV positiv.** In der Regel handelt es sich bei den Müttern um arme, alleinstehende und drogenabhängige Frauen, die der Prostitution nachgehen. Viele dieser Mütter sehen sich allerdings in ihren Lebensumständen sowie mit der Betreuung ihres Kindes überfordert und überlassen somit ihre Säuglinge dem Hospital Nr. 3. Noch vor zwei Jahren waren die meisten Kinder in diesem Hospital apatisch, traurig und vernachlässigt. Sie zeigten Entwicklungsstörungen wie beispielsweise Hospitalismus. Ihnen fehlte Zuneigung, körperlicher Kontakt und Wärme. Das damalig ungeschulte Personal hatte Angst, sich mit HIV zu infizieren. Die Kinder wurden, wenn überhaupt, mit Handschuhen angefasst und jegliche individuelle Betreuung oder Förderung fehlte. Die armen Geschöpfe mussten den ganzen Tag im Bett verbringen.

** Quelle: Statistisches Zentrum für Prävention und Kampf gegen AIDS

Die Situation

Bild: Betreuung eines Säuglings

Zur Zeit leben 34 Kinder im Hospital Nr. 3. Die meisten von ihnen sind zwischen zwei Wochen und 18 Monaten alt. Durch viele über die KINDERMUT-STIFTUNG aquirierte Spenden und dank der unermüdlichen Arbeit der KINDERNOTHILFE (welche vor Ort das Projekt betreut) konnte das Projekt deutlich ausgebaut werden. Durch die dank der KINDERMUT-STIFTUNG erhaltenen Spenden konnten zusätzliche Erzieherinnen eingestellt werden, die nun neben der regulären Pflege die Zeit finden, sich den Kindern liebevoll zu widmen. Durch die Aussendung einer deutschen Fachkraft, Frau Astrid Wenkel, können nun die Kinder besser gefördert werden. Mit den Kindern wird gesprochen, gesungen und gekuschelt. Vieles also, was diese Kinder vorher nicht erhielten und doch so dringend gebraucht haben, um sich gesund zu entwickeln. Dem Personal wurde durch gezielte Schulungen die Ansteckungs- und Übertragungsmöglichkeiten von HIV/AIDS erklärt und somit konnte die Angst vor einer Ansteckung genommen werden. Neben der Arbeit mit den Kindern konnten durch die Renovierungen der Baderäume und die Anschaffung von Spielsachen, die Lebensumstände der Kinder erheblich verbessert werden.

Zudem soll weiterhin viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt werden. Durch die Bereitstellung von Vitaminen und Mineralstoffen wurde der Gesundheitszustand der Kinder im Hospital Nr. 3 erheblich verbessert. Weitaus weniger Kinder zeigen sich nun bespielsweise anfällig für Infektionskrankheiten.

Vorhaben in 2007/2008

Weitere Verbesserungen der Betreuung und Aufstockung des Personals sowie dringend erforderliche Renovierungsmaßnahmen des Hospitals Nr. 3 sind Schwerpunkte der künftigen Projektarbeit.

Mittelfristig soll eine Ausweitung der Station zur Behandlung von HIV-positiven Kindern und die Unterstützung von Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind, stattfinden. Es soll eine Beratungsstelle für die verzweifelten und nach Hilfe suchenden Mütter im Hospital Nr. 3 aufgebaut werden. Hierzu müssen Sozialarbeiter eingestellt werden, deren Aufgabe darin bestehen wird, in Gesprächen die Frauen zu ermutigen, sich selbst wie auch ihre, teils noch werdenden Kinder nicht aufzugeben.

Zudem soll nach dem Aufenthalt der Kinder im Hospital Nr. 3 ihr weiterer Verbleib geprüft und konstant verfolgt werden. Es muß sichergestellt sein, das es den Kindern nachhaltig gut geht. Hierzu wird eine Zusammenarbeit mit den Säuglingsheimen aufgebaut.

Familienprojekt