Hilfe für von HIV/AIDS betroffene Familien in St. Petersburg, Russland

Bild: Betreuung eines Säuglings

HIV/AIDS breitet sich in Russland explosionsmäßig aus. Nicht zuletzt darüber, daß das Unwissen über die Übertragungswege sehr groß ist. Infizierte werden diskriminiert - am Arbeitsplatz, in der Schule, ja sogar in der Arztpraxis. Wenn Kinder in solche Familienverhältnisse hineingeboren werden, haben sie besonders schlechte Chancen auf eine gesunde psychosoziale Entwicklung. Sie wachsen unter erbärmlichen Bedingungen auf. Sie hausen in heruntergekommenen Wohnungen, ohne Heizung, ohne fließendes Wasser. Ein Raum muss für eine ganze Familie reichen. Gewalt gehört für viele zum fruchtbaren Alltag und kein Sozialarbeiter, kein Jugenamt kümmert sich um diese Kinder. Es gibt derlei Institutionen in Russland nicht. Zudem werden drogenabhängige Frauen wie auch deren Kinder von den russischen Behörden ignoriert. Oft wird drogenabhängigen sogar die Staatsbürgerschaft aberkannt und somit jegliche soziale Unterstützung entzogen. Kinder aus solchen Verhältnissen existieren für den russischen Staat einfach nicht. Mit dem Familienhifeprojekt möchte die KINDERMUT-STIFTUNG gemeinsam mit der russischen Partnerorganisation "Innovationen" und der Kindernothilfe diese betroffenen Familien erreichen und ihnen eine Reintegration in die russische Gesellschaft ermöglichen.

Die Situation

Bild: Betreuung eines Säuglings

Der Verein "Innovationen" bietet betroffenen Familien verschiedene beratende und unterstützende Hifemaßnahmen an und erreicht dadurch eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Sozialarbeiter und Psychologen besuchen die Familien regelmäßig und versuchen, durch intensive Gespräche, vor allem die Eigeninitiative und das Verantwortungsbewußtsein der Erwachsenen zu stärken. Gemeinsam wird versucht, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familien zu intensivieren. Auf diese Weise wird verhindert, das die Mütter mit der Fürsorge ihrer Kinder sowie mit der Bewältigung ihrer Krankheit überfordert sind und somit ihre Kleinkinder verlassen.

Die HIV infizierten, meist allein erziehende Mütter, werden in die Lage gebracht, sich trotz ihres Gesundheitszustandes um ihre Kinder kümmern zu können. Hierbei stehen die Projektmitarbeiter den Müttern bzw. den Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Sie empfehlen ihnen Arzte, helfen bei der Arbeits- und Wohnungssuche sowie bei Behördengängen. Wenn möglich, werden die Kinder in Kindergärten untergebracht, damit die Mütter die Möglichkeit bekommen, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Solange die finanzielle Situation einer Familie kritisch ist, erhält sie Lebensmittel,Medikamente, Vitaminpräparate, Kleidung, Hygieneartikel, Windeln und Schulbücher für ihre Kinder. Einer Selbsthifegruppe HIV-infizierter Mütter wurde gegründet, die sich einmal in der Woche trifft. Für die Frauen ist es sehr wichtig, sich gegenseitig zu stützen und zu erkennen, daß sie in ihrer schwieigen Lage nicht alleine sind.

Vorhaben in 2007/08

Bild: Betreuung eines Säuglings

Im Rahmen unseres zweiten Projektes werden die Kinder der von HIV/AIDS betroffenen Familien liebevoll und fürsorglich betreut. In der Einrichtung des Projektes gibt es ein Spielzimmer, in dem Mädchen wie Jungen mit Gleichaltrigen spielen und herumtoben können - dazu hatten sie vorher nie die Möglichkeit. Geplant ist auch, eine kleine Bibliothek mit Kinderbüchern aufzubauen. Einmal im Monat veranstalten die Projektmitarbeiter eine kleine Feier für alle Geburtstagskinder, sie organisieren Weihnachtsfeiern und andere Feste für diese Mädchen und Jungen. Auch das haben die Kinder in ihren häuslichen Umfeld vorher nicht kennengelernt. Besondere Höhepunkte sind die gemeinsamen Besuche im Kindertheater oder im Zirkus.